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Osteuropamission Schweiz

Die Osteuropamission Schweiz ist ein unabhängiges christliches Hilfswerk, das seit 1969 in Osteuropa materielle und
soziale Hilfe leistet. Die OEM Schweiz setzt sich für ethnische Minderheiten, sozial Schwache und benachteiligte
Menschen ein
und leistet damit einen Beitrag gegen die Armut in Osteuropa. 

 

 

Ukraine/Serbien - Einsatzbericht eines Freiwilligen

Adrian bei einem Schulbesuch

Adrian Baumgartner hat sich spontan bei der Osteuropamission für einen Freiwilligeneinsatz gemeldet. Er berichtet von seinem vierwöchigen Einsatz in zwei osteuropäischen Ländern, wo er mit den einheimischen Mitarbeitern der Osteuropamission unterwegs war und den Menschen vor Ort praktische Hilfe geleistet hat.

Einsatz in Beregowo und Mukatschewo (Ukraine) vom 3. bis 19. April 2017

„Die zwei Wochen in der Ukraine waren ausgefüllt mit vielen Familienbesuchen. Ich war mit den OEM-Mitarbeitern Daniela und Joszef sowie mit Leonard unterwegs. Wir wurden von allen Familien sehr freundlich empfangen. Es sind arme Familien, bei denen ein geregeltes Einkommen fehlt oder zu klein für eine ausreichende Versorgung ist. So wurden die Hilfsgüter in Form von Nahrungsmitteln, Waschmitteln und ähnlichem sehr gerne entgegengenommen. Diese praktische Hilfe, die Gespräche und die Gebete mit den Missionsmitarbeitern geben diesen Menschen Mut und Hoffnung, ihr schwieriges Leben zu meistern. Die Familien hatten grosse Freude und fühlten sich geehrt, dass eine Person aus der Schweiz sie besuchen kommt. Ohne grosses Dazutun konnte ich ihnen so ein Bild von uns Schweizern vermitteln. Somit können sie sich nun besser vorstellen, von welchen Menschen die empfangene Hilfe herkommt. Voller Stolz präsentierten mir auch einige Väter ihr Haus, nachdem sie erfahren haben, dass ich zuhause den Beruf des Bauingenieurs ausübe. Ich konnte so vielerorts voller Interesse ihre Gebäude und teilweise fremde Bauart besichtigen.

Eindrücklich waren auch die vielen Besuche bei Familien mit behinderten Kindern. Kinder verschiedenen Alters sind völlig auf die Hilfeleistung ihrer Eltern angewiesen. Zumindest ein Elternteil kann daher keiner ständigen Arbeit ausser Haus nachgehen, weswegen die Familien häufig in Armut geraten. Daneben fallen hohe Kosten für Medikamente und Windeln für die Kinder an. Diese Kosten werden von der staatlichen Invalidenrente nur teilweise gedeckt. Die Familien sind also dankbar für jeden „Zustupf“ in ihre Haushaltskasse. Es war sehr beeindruckend und bewegend zu sehen, wie aufopfernd und hingebungsvoll sich die Eltern um ihre kranken Kinder kümmern. Trotz der schwierigen Situation empfinden sie Freude bei der Betreuung und Pflege ihrer Kinder und betrachten sie dennoch als Geschenk Gottes.

Zur Abwechslung durfte ich am 12. April 2017 eine lokale Grundschule in einem Dorf besuchen, welches etwa zwei Stunden Autofahrt von Mukatschewo entfernt liegt. Die Kinder lernen dort als eine der Fremdsprachen Deutsch. Ihre Freude war gross, einmal eine wirklich deutschsprachige Person zu treffen. Das war bisher noch nie vorgekommen! Die Deutschkenntnisse der Kinder reichten zwar noch nicht für einfache Gespräche, jedoch konnte ich ihnen via Dolmetscherin einiges über die Schweiz erzählen. Zwischendurch durfte ich für unzählige Selfies und gemeinsame Gruppenfotos pausenlos lächeln :-)

Als grosse Erinnerung und Erfahrung nehme ich von der Ukraine Folgendes mit nach Hause: Man kann vielen Menschen mit der blossen Anwesenheit eine Freude machen. Das Gespräch, das Zuhören und das aufrichtige Zeigen von Interesse und Anteilnahme gibt den Menschen neue Hoffnung und Zuversicht, auch wenn man mit leeren Händen aufkreuzt. Des Weiteren haben diese Menschen trotz Armut und Behinderung eine grosse Zufriedenheit und vor allem Dankbarkeit gegenüber Gott, was bei vielen Schweizern trotz oder gerade aufgrund des hohen Lebensstandards oft fehlt.

Einsatz in Cantavir (Serbien) vom 20. April bis 5. Mai 2017

In Serbien war ich für zwei Wochen in einem mittelgrossen Dorf mit ca. 5'000 Einwohnern untergebracht. Ich wohnte auf dem Areal der lokalen jungen Glaubensgemeinde, welche von der Osteuropamission unterstützt und von Tibor Varga geleitet wird. Das Areal besteht aus drei Gebäuden: Ein kleines Häuschen mit Küche und Schlafzimmer, ein grosses Gebäude mit Versammlungssaal und Lagerraum und ein mittleres Gebäude mit Speisesaal und Kinderspielzimmer. Dort leben auch zwei junge Roma namens Daniel und Kemal, die arbeits- und mittellos sind und von ihrer Familie im Stich gelassen wurden. Das Zusammenleben mit ihnen gestaltete sich als interessant, lehrreich und auch herausfordernd, weil wir uns kaum verständigen konnten, da ich der ungarischen Sprache nicht mächtig bin und die Jungen bis auf ein paar Brocken weder Deutsch noch Englisch sprachen. Ferner war gerade der Platz in der Küche sehr beschränkt und die beiden jungen Männer nicht so sehr auf Sauberkeit bedacht, sodass ich pausenlos hätte putzen und aufräumen können. Trotz ihrer Armut und unterschiedlichen Kultur gestaltete sich das Zusammenleben angenehm. Ich konnte meine Privatsphäre wahren und es wurde nicht angerührt. Während diesen zwei Wochen konnte ich mich deshalb voll dem Unterhalt und der Instandsetzung des Areals widmen.

Meine Aufgaben für diese Zeit umfassten folgende Tätigkeiten: Reparatur der Umgebungsmauer und der Treppe, Räumung und Müllentsorgung im Lagerraum, Malen und Streichen der Decken, Wände und Böden, Entasten eines Baumes und die Reparatur eines völlig kaputten Dachrandes. Die Arbeiten waren sehr vielfältig, aber auch anspruchsvoll. Daniel hat mir dabei viel geholfen. Er ist ein fleissiger junger Mann. Eine ständige Herausforderung war die Kommunikation mit den anderen Leuten. Fragen oder Anweisungen musste ich immer mit viel Gestik untermalen, dabei kamen Hände und Füsse oder auch einmal eine Zeichnung zum Einsatz. Gutes Material und Werkzeug standen selten zur Verfügung. Wir mussten mit den Dingen arbeiten, die vor Ort vorhanden waren. Die Arbeiten sind uns jedoch immer gelungen und wir durften auf unserer Hände Werk stolz sein.

Daneben boten diese zwei Wochen auch viele tolle Begegnungen in sozialer Hinsicht. Da war die Frau, die mir aus lauter Freude an meiner Arbeit mehrmals ein feines Essen zubereitete. Oder die jungen Leute, die mich spontan zu ihrem Samstagabendtreffen oder zur 1. Mai-Feier einluden - und jene junge Frau mit ihrem einfachen Gemüt, die mir zu meinem Geburtstag ein tolles Geschenk zusammengestellt hat - ganz zu schweigen von den Kindern, die manchmal sehr respektvoll, manchmal etwas vorlaut, mit mir gespielt haben.

Als grosse Erinnerung und Erfahrung nehme ich Folgendes von Serbien mit nach Hause: Auch ohne Worte können wir Menschen uns untereinander verständigen und verstehen, sei es durch unsere Körpersprache, unsere Gesten oder einfach nur auf der Gefühlsebene. Grosse Worte sind vielfach gar nicht nötig, manchmal sogar nachteilig. Es war auch sehr schön zu sehen, wie eine junge und engagierte Gemeinde wächst und wie jeder zusätzliche Input grosse Früchte tragen kann.

Das unabhängige Gütesiegel der Stiftung Ehrenkodex attestiert eine umfassende Qualität der Arbeit sowie einen sorgsamen Umgang mit Spendengeldern.

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  • "Was wir gehört und erfahren haben, was schon unsere Väter uns erzählten, das wollen wir auch unseren Kindern nicht verschweigen. Jede Generation soll von Gottes mächtigen Taten hören, von allen Wundern, die der Herr vollbracht hat."
    Psalm 78,3-4
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