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Osteuropamission Schweiz

Die Osteuropamission Schweiz ist ein unabhängiges christliches Hilfswerk, das seit 1969 in Osteuropa materielle und
soziale Hilfe leistet. Die OEM Schweiz setzt sich für ethnische Minderheiten, sozial Schwache und benachteiligte
Menschen ein
und leistet damit einen Beitrag gegen die Armut in Osteuropa. 

 

 

Ukraine - Reise zu den Leprakolonien

Ein Bericht unseres ukrainischen Mitarbeiters Leonard: „Als 5-köpfiges Missionsteam fuhren wir am 16. November 2017 mitten in der Nacht los und erreichten nach 1‘355 km Autofahrt auf schlechten Strassen unseren Zielort Kuchurgan. Der schlechteste Streckenabschnitt befand sich zwischen Odessa und Kuchurgan, wo der Asphalt durch die HItze im Sommer einerseits 20 cm hohe Buckel und andererseits Schlaglöcher von 20 cm Tiefe aufwies.

Diese Strecke mussten wir gleich mehrmals fahren, um die notwendigen Lebensmittel in Odessa zu besorgen.

In den Fünfzigerjahren wurden Leprakranke mit ihren Familien und weitere russischsprachige Familien nach Kuchurgan deportiert. Sie erhielten fertige Häuser, hatten aber nie gelernt, wie man diese pflegt und unterhält. Deshalb sehen diese Gebäude heute sehr heruntergekommen aus. Die ganze Szenerie erinnert an eine Kulisse im Spielfilm Ben-Hur, wo die Aussätzigen hungrig und krank fernab der Bevölkerung an einem versteckten Ort leben mussten.

Die Leprakranken waren sehr froh und dankbar, dass wir sie nicht vergessen haben. Sie wissen, wie mühsam die Reise bis hierher ist, umso mehr freuten sie sich über unseren Besuch und ein wenig Abwechslung in ihrem Speiseplan dank der mitgebrachten Lebensmittel. Sie schätzten es sehr, dass wir uns Zeit für das gemeinsame Gespräch nahmen und für sie und ihre Anliegen beteten.

Während 6 Tagen besuchten wir von morgens bis abends insgesamt 68 Familien, auch solche, die nicht krank, aber sehr bedürftig waren. Sie erhielten alle ein Lebensmittelpaket und Kartoffeln. Früher gab es in dieser Gegend noch viele Weinberge. Die Leute denken immer noch gerne an diese Zeit zurück, „als noch alle Arbeit hatten und der Alkohol billig war“. Viele wohnen in kalten Räumen von 6 – 8 Grad mit schimmligen Wänden und zerbrochenen Fenstern, die nur notdürftig mit Folien zugeklebt sind. Ich musste unwillkürlich daran denken, dass in anderen Ländern selbst die Tiere unter besseren Bedingungen leben als die Menschen hier.

Wir trafen eine Familie, die mit ihren 3 Kindern in einem Stall am Rand einer Viehweide wohnt. Der Onkel lebt mit den Kindern, eines davon geistig behindert, unter erbärmlichen Umständen. Er liess uns nicht in den Stall aus Angst, dass wir die schlimmen Zustände fotografieren könnten.

Eine gläubige Mutter erzieht ihre 6 Kinder allein. Sie erhält eine Behindertenrente, weil sie an einer Knochenkrankheit leidet. Drei ihrer Kinder sind bereits erwachsen, das vierte ist geistig behindert, das fünfte leidet an AIDS, das sechste wurde mit nur einer Niere geboren und ist häufig krank. Zwei der Kinder hat die Mutter von ihrer kranken Schwester adoptiert. Trotz alledem ist diese Frau voller Zuversicht und Glauben an Gott. Sie ist der Mission sehr dankbar, dass wir ihrer Familie auch diesmal wieder geholfen haben.

Auch Familie Maslijew mit 4 Kindern war für die Lebensmittel und Medikamente sehr dankbar. Der Vater wurde vor 5 Jahren vor einen fahrenden Zug gestossen, wobei eine seiner Hände unter die Räder geriet und abgetrennt wurde. Später kam er zum christlichen Glauben, worauf er zu seiner Familie zurückkehrte und trotz einer fehlenden Hand das Haus vergrösserte und einen Keller sowie einen Stall für die Nutztiere anbaute.

Wir haben auch einer armen, alleinstehenden Mutter mit ihren 4 Kindern geholfen, die seit Tagen nichts mehr zu essen hatten. Die Kinder stammen von verschiedenen Vätern. Die Mutter hat leprakranke Eltern und lebt seit ihrer Geburt in dieser Gegend. Man könnte sich fragen, warum wir überhaupt Menschen helfen, die so leben? Wenn wir es nicht täten, würden sie vielleicht nie erfahren, dass Gott sie liebt und wir wären genauso wie damals die Pharisäer, die Menschen nur verurteilten, anstatt ihnen zu helfen.

Dann besuchten wir auch die Roma-Familie, wo Mutter und Tochter gemeinsam für 8 Kinder sorgen. Die Mutter, deren jüngste Kinder behinderte Zwillinge sind (weshalb ihr Mann sie verlassen hat), dankte uns immer wieder für die finanzielle Hilfe, die sie von der Mission erhalten hat. Die Mütter haben sich dem christlichen Glauben zugewandt und führen ein anderes Leben als früher. Ihr Haus ist sauber und ordentlich, obwohl im letzten Jahr ein Brand die Küche und eines der Zimmer komplett zerstört hat. Obwohl sie sich im Zimmer nebenan befanden, ist ihnen nichts passiert. Die älteste Tochter und ihr Ehemann haben die beschädigten Räume eigenhändig renoviert. Man sieht, wie Menschen sich positiv verändern, wenn sie sich Gott zuwenden.

Auch dieser Einsatz hat uns wieder gezeigt, wie Gott seine Liebe durch Eure Hilfe an die Armen und Hoffnungslosen weitergibt. Damit erfüllen wir Gottes Auftrag, denn Jesus sagte: „Ich war hungrig und ihr gabt mir zu essen. Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Matthäus 25:40).

Noch vor Reisebeginn hatte ich für die Kranken 30 Paar warme Wollsocken sowie 4 Paar genähte Lammfell- Hausschuhe gekauft. Insgesamt verteilten wir 4‘740 kg Lebensmittel an 68 Familien, darunter über 2,5 Tonnen Kartoffeln, über eine Tonne diverse Getreide und Mehl, dazu Butter, Öl, Salz, Zucker, Konserven und eingemachtes Gemüse. Total fuhren wir 3‘800 km und blieben trotz der vielen Unfälle, die wir unterwegs gesehen hatten, bewahrt – Soli Deo Gloria!“

Das unabhängige Gütesiegel der Stiftung Ehrenkodex attestiert eine umfassende Qualität der Arbeit sowie einen sorgsamen Umgang mit Spendengeldern.

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  • "Was wir gehört und erfahren haben, was schon unsere Väter uns erzählten, das wollen wir auch unseren Kindern nicht verschweigen. Jede Generation soll von Gottes mächtigen Taten hören, von allen Wundern, die der Herr vollbracht hat."
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