OSTEUROPAMISSION Schweiz

Die Osteuropamission Schweiz ist ein unabhängiges christliches Hilfswerk, das seit 1969 in Osteuropa materielle und soziale Hilfe leistet. Die OEM Schweiz setzt sich für ethnische Minderheiten, sozial Schwache und benachteiligte Menschen ein und leistet damit einen Beitrag gegen die Armut in Osteuropa.

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg – und grosse Bewahrung! Dies erlebten unser Mitarbeiter Leonard Hankovics und sein Team während der Winterreise in die Leprakolonie rund um Odessa. 66 arme Familien erhielten Lebensmittel, Medikamente und Trost.

Jeder in meinem Bekanntenkreis zählte Ende November mindestens einen Covid-Kranken in seiner Familie. Auch meine Freunde im OEM-Team waren mehrfach betroffen, mussten teils hospitalisiert und mit Sauerstoff versorgt werden. Deswegen zuhause zu bleiben, war für mich aber keine Option. Zu viele Kinder und Familien in der Südukraine leiden Hunger und Not. Zusammen mit zwei Pastoren und einem Gemeindemitglied fuhren wir am 23. November 2020 frühmorgens in Mukatschewo ab. 15 Tage und rund 1000 Kilometer bis zur Zielregion Kuchurgan lagen vor uns. Es war uns klar, auch wir könnten trotz Einhaltung der Schutzmassnahmen jederzeit an Covid-19 erkranken…

CORONA-SCHUTZMATERIAL FÜR DIE LEPRAKLINIK

Bevor wir die Familien besuchen, tätigen wir in Odessa jeweils unseren Grosseinkauf. Dank Hinweisen befreundeter Pastoren konnten wir zahlreiche neue bedürftige Familien besuchen. Nebst Odessa und Kutschurgan verteilten wir Lebensmittel in Limanske und fünf weiteren Ortschaften. Aufgrund der Schutzregeln haben wir die Spenden fast immer im Freien übergeben. Um alles transportieren zu können, mussten wir einen Minibus mieten. 85 Kilometer Strassen in miserablem Zustand liegen zwischen Odessa und Kutschurgan, wo sich die Leprakolonie befindet. Der leitende Arzt der Leprakolonie, Dr. Jurij Rybak, bat uns um Covid-Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und kontaktlose Fiebermesser. Er ist der OEM Schweiz sehr dankbar für die wertvollen Spenden.

KALTE UND KAPUTTE HÄUSER

Die Menschen in dieser Region hatten es schon immer schwer. Seit Corona ist ihr Leben noch härter geworden. Wir besuchten elf Witwen und sechs Familien, die von Lepra betroffen sind. Mehrheitlich haben wir Grossfamilien geholfen. Für die Eltern ist es fast unmöglich, den Lebensunterhalt zu finanzieren. Selbst wenn sie Arbeit finden, erhalten sie lediglich fünf bis sieben Franken pro Tag. Davon können sie nicht einmal die grundlegendsten Dinge bezahlen, geschweige denn Medikamente. Auch die Häuser der Familien sind in sehr schlechtem Zustand, die Wände brechen ein, die Zimmer sind eiskalt, die Fenster alt und verzogen. All diesen notleidenden Menschen Hilfe bringen zu dürfen, das berührt mich zutiefst. Zugleich bricht mir das Herz angesichts der Hoffnungslosigkeit, des Elends und der Armut: Kinder, die sich nicht richtig entwickeln können, die hungern, buchstäblich im Dreck leben, schmutzige Kleidung tragen und keinerlei Zukunftsaussichten haben, das beelendet mich.

NUR EINER KANN WARM ESSEN

Zum Schluss möchte ich noch Einblick in einige Schicksale geben. Da ist Familie Chensok. Der Vater ist Koreaner und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Meist reicht das Geld nur für eine warme Mahlzeit pro Tag und nur für eine Person. Sechs Kinder zählte die Familie, im Sommer starb das jüngste halbjährig. Die Familie lebt in einem einzigen, kleinen und eiskalten Raum. Geld für einen Ofen und Brennholz haben sie keines. Es wäre wunderbar, wenn die OEM der Familie mit einigen Hundert Schweizer Franken monatlich unter die Arme greifen könnte.

FAST KEIN LOHN FÜR HARTE ARBEIT

Auch im Haus von Ruba herrschte klirrende Kälte und man sah kaum die Hand vor Augen. Rubas Eltern leben nicht mehr, beide waren leprakrank. Ruba hat vier Kinder, deren Väter über alle Berge sind. Glück ist für die junge Mutter ein Fremdwort. Ihr Leben besteht einzig aus harter Arbeit, Armut, Einsamkeit und Schmerz über die zerbrochenen Beziehungen. Ruba arbeitet auf einem Bauernhof in der Nähe, meist auf den Feldern. Abends kommt sie erschöpft und mit nicht mit mehr als vier Euro nachhause. Davon werden ihre Kinder nicht satt, damit wird das Haus nicht hell und warm. Aber Ruba ist eine Kämpferseele, ihre Dankbarkeit für unsere Hilfe kann ich nicht in Worte fassen. Liebend gern würde ich sie und die Kinder weiterhin unterstützen.

DANKBARKEIT UND HOFFNUNG

Am 7. Dezember haben wir uns bei leichtem Schneefall auf den Heimweg gemacht und sind tags darauf müde, aber gesund wieder zu Hause angekommen. Während der ganzen Reise – insgesamt stolze 4000 Kilometer – wurden wir alle vor Krankheit und Schaden bewahrt. Viele Menschen hatten die Hoffnung fast aufgegeben. Dank Ihrer Unterstützung, liebe Freunde in der Schweiz, durften sie lichtvolle Momente erleben und Hilfe erfahren.“

Möchten Sie Leonard helfen, die notleidenden Familien rund um die Leprakolonie weiterhin zu versorgen, dann vermerken Sie bitte „Leprahilfe“. Vielen Dank!